Anwältin für Familienrecht in Kiel

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Frauke Keller

Fachanwältin für Familienrecht in Kiel

Trennung und Scheidung

Wie kann ich mich scheiden lassen?

Über die Scheidung einer Ehe (oder Lebenspartnerschaft) entscheidet das Familiengericht. Dazu muss zumindest ein Ehegatte die Scheidung beantragen. Laut Gesetz ist die Ehe ein Bund auf Lebenszeit. Daher müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, bevor das Familiengericht einem Antrag auf Scheidung zustimmt. Das Gericht muss die Ehe demnach für gescheitert erklären.

    • Das ist der Fall, wenn:
  • die Eheleute schon seit einem Jahr getrennt leben und beide der Scheidung zustimmen
  • die Ehegatten schon seit drei Jahren getrennt leben und nur einer die Scheidung will
  • In besonderen Fällen kann die Ehe auch getrennt werden, obwohl die Ehepartner noch nicht ein Jahr getrennt leben

Und wenn sich beide einig sind?

Für einen Scheidungsantrag muss mindestens ein Anwalt tätig werden. Ganz ohne geht es nicht.

Brauche ich einen Anwalt, wenn ich mich scheiden lassen will?

Ja, bei einer Scheidung besteht ein Anwaltszwang vor dem Gericht. Derjenige Ehepartner, der den Scheidungsantrag stellt, muss anwaltlich vertreten sein. Stimmt der andere Partner der Scheidung zu, braucht er keinen eigenen Anwalt.

Dies ist die kostengünstigste Möglichkeit. Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht können sich die Ehepartner wegen des Interessenkonflikts aber nicht einen Anwalt teilen. Der Anwalt kann nicht zwei sich entgegenstehenden Interessen vertreten.
Müssen neben der Scheidung auch Folgefragen vor Gericht entschieden werden, so müssen beide Ehepartner durch einen Rechtsanwalt vertreten sein.

Was kostet die Scheidung?

Zu Zahlen sind die anwaltlichen Kosten und die Gerichtsgebühren. Die Kosten berechnen sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und dem Gesetz über Gerichtskosten in Familiensachen (FamGKG). Die Gesetze schreiben Mindestwerte vor. Zusätzlich sind die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Ehegatten maßgeblich. Dazu wird das dreifache monatliche Nettoeinkommen beider Ehegatten addiert. Die Summe ergibt den Gegenstands- und Verfahrenswert. Ein Teil der Kosten ist schon vor Beginn des Scheidungsverfahrens zu zahlen. Natürlich hängen die Kosten außerdem vom Ablauf des Verfahrens ab. Die kostengünstigste Variante ist die in einem kurzen Verfahren, nämlich, wenn der Scheidungsantraggestellt wird und der andere Ehepartner zustimmt.

Um ein kurzes Verfahren zu ermöglichen, können sich die Ehegatten auch außergerichtlich mit anwaltlicher Beratung einigen.

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Unterhaltsrecht in Kiel

Bestehen Unterhaltsansprüche für einen Ehegatten / Lebenspartner?

Schon während der Zeit in der die Eheleute getrennt leben, aber noch nicht geschieden sind, kann ein Ehegatte einen Anspruch auf Trennungsunterhalt haben. Ziel ist es, dass beide Ehegatten einen angemessenen Unterhalt nach den bisherigen Lebensverhältnissen, sowie nach den Erwerbs- und Vermögensverhältnissen erhalten.
Nach der Scheidung gilt grundsätzlich, dass jeder Ehegatte alleine für seinen Unterhalt sorgen muss. Es gibt aber einige Ausnahmefälle, in denen einer der Ehepartner Unterhaltsansprüche gegen den andern geltend machen kann. Es kann ein Betreuungsunterhaltsanspruch wegen Betreuung des Kindes bestehen, ein Unterhaltsanspruch wegen des Alters oder Krankheit, sowie wegen Erwerbslosigkeit.

4 mögliche Unterhaltsansprüche die für Sie interessant sein können.

Habe ich einen Anspruch auf Betreuungsunterhaltszahlungen?

Wer in Folge der Pflege und Erziehung des gemeinsamen Kindes keiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann, hat zumindest bis zu dem dritten Lebensjahr des Kindes einen Unterhaltsanspruch.
Für darüberhinausgehende Ansprüche ist entscheidend, wie viel Bereuung das Kind benötigt und ob diese Betreuung neben der Erwerbstätigkeit ausreichend gewährleistet werden kann. Außerdem wird berücksichtigt, in wie weit der betreuende Ehegatte seine berufliches Fortkommen zugunsten des Kindes wegen der Rollenverteilung in der Ehe zurückgestellt hat.

Habe ich einen Anspruch auf Unterhaltszahlungen wegen des Alters oder einer Krankheit?

Wenn einem der Ehegatten eine Erwerbsstätigkeit wegen seines Alters oder einer Krankheit nicht mehr zugemutet werden kann, so kann er von dem wirtschaftlich-stärkeren Ehegatten Unterhaltszahlungen beanspruchen. Die Krankheit muss allerdings schon währen der Ehe vorgelegen haben und nicht erst nach der Scheidung.

Habe ich einen Anspruch auf Unterhaltszahlungen, weil ich arbeitslos bin oder wenig verdiene?

Wenn ein Ehegatte nach der Scheidung keine angemessene Erwerbstätigkeit findet, kann er von dem anderen Unterhalt wegen Erwerbslosigkeit verlangen. Es sei denn, er erhält schon Unterhaltszahlungen wegen der Betreuung eines Kindes, wegen seines Alters oder wegen einer Krankheit. Die Erwerbstätigkeit gilt als angemessen, soweit:

  • sie der Ausbildung und den Fähigkeiten des Ehehatten in einer früheren Erwerbstätigkeit entspricht
  • sie dem Alter und der Gesundheitszustand des Ehegatten entspricht
  • sie den ehelichen Verhältnisse entspricht. Das heißt, die Dauer der Ehe und die Dauer der Kinderpflege, die der Ehegatte auf sich genommen hat, werden berücksichtigt

Muss mein Ehepartner meine Ausbildung, Fortbildung oder Umschuldung finanzieren?

Außerdem kann der Ehegatte auch einen Unterhalt für eine Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung verlangen, wenn er vor der Ehe oder in Erwartung der Ehe keine Ausbildung abgeschlossen hat.

Voraussetzung ist, dass der Ehegatte:

  • diese Ausbildung so bald wie möglich nach der Scheidung aufnimmt
  • ein erfolgreicher Abschluss zu erwarten ist
  • und er seinen Unterhalt mit der abgeschlossenen Ausbildung dann selbst finanzieren kann

Wenn dem Ehegatten nur eine Teilerwerbstätigkeit zumutbar ist oder die Einkünfte einer angemessenen Erwerbstätigkeit nicht ausreichen, hat er einen Anspruch gegen den anderen auf ergänzende Unterhaltszahlungen.

Sorgerecht und Umgangsrecht

Sollen die Ehegatten sich das Sorgerecht für ihre Kinder teilen oder das alleinige Sorgerecht beantragen?

Grundsätzlich haben beide Eltern das Recht und die Pflicht für ihr Kind zu sorgen. Das schließt die Sorge für die Person des Kindes, sowie die Sorge für das Vermögen des Kindes ein. Beantragen die Ehegatten bei der Scheidung keine Sorgerechtsregelungen, so haben sie das gemeinsame Sorgerecht inne.

  • Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung für das Kind müssen dann gemeinsam entschieden werden. Das kann zum Beispiel die Entscheidung sein, auf welche Schule oder Schulart das Kind gehen soll. Können sich die Eltern bei einer Angelegenheit von erheblicher Bedeutung nicht einigen, so kann das Familiengericht einem Elternteil die Entscheidung übertragen.
  • Bei Entscheidungen über Angelegenheiten des täglichen Lebens kann das Elternteil alleine entscheiden, bei dem sich das Kind gerade aufhält.

Wenn einer der Ehegatten das alleinige Sorgerecht beantragt, entscheidet das Familiengericht vor allem in Hinblick auf das Wohl des Kindes über das Sorgerecht. Das Gericht wird dem Antrag stattgeben, wenn der andere Ehegatte und gemeinsame Kinder, die schon über 14 Jahre alt sind, der Übertragung des alleinigen Sorgerechts zustimmen.

Was für Umgangsrechte haben die Ehegatten bei getrenntem Sorgerecht?

Obwohl das Sorgerecht nur einem Ehegatten alleine übertragen wurde, hat der andere Ehegatte das Recht und die Pflicht zum Umgang mit dem Kind. Deshalbdürfen die Eltern nicht den Kontakt zwischen dem Kind mit seinem andern Elternteil oder die Erziehung des Kindes verhindern oder erschweren. Über die Details des Umgangsrechts kann das Familiengericht entscheiden.

Haben die Ehegatten gemeinsame minderjährige Kinder, so müssen sie über das Sorgerecht und das Umgangsrecht Vereinbarungen treffen.

Vermögen bei Scheidung in Kiel

Was ist ein Vorsorgeausgleich?

Wenn die Ehegatten während der Ehe Versicherungen oder Vorsorgen abgeschlossen haben, dann werden die Erträge zwischen beiden Ehegatten aufgeteilt, soweit die Ehegatten keine anderen Vereinbarungen treffen.

Beispiele für entsprechende Versicherungen und Vorsorgen sind:

  • Rentenversicherung

  • Beamtenversorgung

  • berufsständischen Versorgung

  • betriebliche oder private Altersvorsorge

  • usw.

Was bedeutet Zugewinngemeinschaft?

Soweit die Ehegatten bei der Eheschließung keinen Ehevertrag vereinbart haben, gilt der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Das bedeutet, dass das Vermögen der Eheleute während der Ehe getrennt bleibt.

Sie haben also kein gemeinschaftliches Eigentum und jeder Ehegatte kann über sein Vermögen und seine Einkünfte selbstständig verfügen.

In Bereichen, in denen es um die wirtschaftliche Grundlage der Familie geht, kann diese freie Vermögensverwaltung beschränkt werden. Dann bedarf es einer Einwilligung des anderen Ehegatten entsprechende Geschäfte.

Im Fall der Scheidung wird die Zugewinngemeinschaft aufgelöst und der Zugewinn, der während der Ehe entstanden ist, nach der güterrechtlichen Lösung ausgeglichen.

Der Zugewinn eines jeden Ehegattens ergibt sich aus der Differenz zwischen Endvermögen und Anfangsvermögen.

Derjenige Ehegatte, der einen geringeren Zugewinn erzielt, erhält einen Ausgleichsanspruch auf Zahlung der Hälfte des gemeinsamen Zugewinns.

Wichtiger Bestandteil der Scheidungsfolgen sind die Vermögensauseinandersetzungen. Maßgeblich ist der Güterstand, den die Ehegatten zum Zeitpunkt der Eheschließung vereinbart haben.

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Ehevertrag

Warum einen Ehevertrag abschließen?

Wenn die Ehegatten nicht in der gesetzlich vorgesehenen Zugewinngemeinschaft leben wollen, können sie zu Beginn der Ehe stattdessen in einem Ehevertrag Gütertrennung oder Gütergemeinschaft vereinbaren. Dabei sind Modifizierungen der gesetzlichen Regelungen möglich. Dies kann sinnvoll sein, um der Situation im Einzelfall bestmöglich gerecht zu werden.
Ein Ehevertrag bedarf der notariellen Beurkundung. Es ist wiederum sinnvoll, dass sich jeder Ehegatte von einem Anwalt beraten lässt, um seinen Interessen bestmöglich gerecht zu werden.

Der Unterschied zwischen Gütertrennung und Gütergemeinschaft.

Was bedeutet Gütertrennung?

Auch bei der Gütertrennung verwaltet jeder Ehegatte sein Vermögen und Einkommen alleine. Im Gegensatz zur Zugewinngemeinschaft gelten keine Verfügungsbeschränkungen.

Ausnahmen gelten lediglich, wenn sich die Eheleute Vollmachten bezüglich bestimmter Geschäfte erteilen und bei Geschäften des täglichen Bedarfs.

Was bedeutet Gütergemeinschaft?

Bei der Gütergemeinschaft haben die Ehegatten ein gemeinschaftliches Vermögen (Gesamtgut), über das beide grundsätzlich Ehegatten verfügen können. Sie können aber auch abweichende Vereinbarungen treffen, z.B. dass nur ein Ehepartner das Gesamtgut verwaltet.

Trotzdem fließt nicht das gesamte Vermögen in das eheliche Gesamtgut ein. Es gibt auch Vermögensmassen die nicht übertragbar sind oder die unter Vorbehalt stehen, also explizit nur einem Ehegatten gehören (Sondergut und das Vorbehaltsgut).

Im Fall der Scheidung müssen die Ehegatten das Gesamtgut nach den gesetzlichen Vorschriften aufteilen, um die Gütergemeinschaft zu beenden.

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